Fast alle im
Film gezeigten Kinder, die an schwersten Krebserkrankungen aufgrund der
radiaktiven Belastung leiden, sind inzwischen gestorben. Doch die zigtausend
Opfer von Tschernobyl sind von den Medien fast vergessen.
Eine erste radioaktive Wolke zog damals über Polen nach Skandinavien. Am 28. April 1986 löste sich im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark der automatische Alarm aus: Die Strahlung auf dem Gelände war so hoch, daß man zunächst einen Unfall in Forsmark vermutete. Erst dadurch erfuhr die Weltöffentlichkeit von dem gravierendsten Unfall der Atomindustrie.
Tschernobyl – das ist aber bis heute auch Politik und Verdrängen und
Verschleiern durch eine von der Atomlobby abhängige Bürokratie. Eine
verhängnisvolle Rolle bei der Bagatellisierung und Informationsbehinderung der
Katastrophenfolgen spielte dabei die IAEO (Internationale
Atomenergieorganisation), welche eine herausragende Lobbytätigkeit für die Atomenergie
bei der UNO spielte: Seit 1986 verhindert die IAEO Dokumentation, Forschung und
Hilfe in der betroffenen Region. 55.000 Tote und 80% strahlenkranke Kinder –
aber der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist das Eingreifen untersagt;
Wissenschaftler, die einen Zusammenhang des Reaktorunfalls mit den zahlreichen
Krebskrankheiten beweisen wollen, werden verhaftet und verurteilt.
Der Film von Wladimir Tchertkoff entlarvt diese internationale
Bagatellisierungsstrategie der Atomwirtschaft.