Zitat:
Zitat von Simbelmyne
[B]Seit vielen Jahren kursiert ein leichthin gebräuchlicher Satz durch die Welt :
Ich bin Musiker *
Eine kleine Geschichte als Vorgeschmack, einst hatte mein Schwager Kopfweh, draufhin habe ich ihm einen Salbei Tee gemacht, kurz darauf erging es ihm sichtlich besser, bin ich nun ein Heiler ?
Als ehemaliger Biolandgärtner war ich Zeuge wie sich eine Kollegin beim Rosenpflücken die Hand blutig gekratzt hat, als edler Recke sprang ich natürlich sofort nach Pflaster und Verband die Dame umgehend, bin ich nun ein Arzt ?
Ein Nachbar hier ums Eck` ( er ist verkäufer) werkelt Samstäglich mit Mörtel, Schaufel und Schubkarren am Haus und Garten herum, ist er nun ein Maurer ?
Wie man ne Email (Elektropost) per am PC versendet ist heute allgegenwärtig, sind wir nun Computer Administratoren ?
Den Holzsplitter aus dem Finger der Schwiegermutter so zu entfernen das man nicht enterbt wird ist eine Kunst für sich, bin ich nun ein Chirurg ?
Was ist ein Musiker ?
Ein Musiker ist Mittler, zwischen hier und dort „draußen“
Meiner Meinung nach nach ist der Beruf des Musikers ein Handwerk .
Ein ordentlicher Handwerker zu sein heißt sein Handwerk von Grundauf zu erlernen und sich selbstständig weiter zu informieren und weiterzubilden. Ich sage nicht das einer zu studieren hat, ich sage das Handwerk eines echten Musikers muß ordentlich erlernt werden so wie bei jedem anderen Beruf auch, denkt an den Splitter und den Chirurg, an den Salbei Tee und den Arzt.
Ein Musiker hat die größte Verantwortung auf Erden, jeder kann ihn hören wenn er/sie Musik macht, also gebt acht Kollegen !
Der Weg des Musikers ist lang. Ein Musiker hat niemals Urlaub, tägliches üben und äußerste Selbstdisziplin kennzeichnen ihn.
Ein echter Musiker lebt seinen Beruf , seine Gabe mit voller ganzer Kraft.
Hat einer im Dorf als Hobby seit 4 Jahren ne Band und schon etliche Auftitte in der Turnhalle gehabt ist das eine feine Sache. Auf seine Antwort auf die Frage was machst du : „ ich bin Musiker“ bleibt mir manchmal schon die Spucke weg und ungläubiges Staunen übrig,
Heute schimpft sich schon jeder Musiker wenn er auch nur die Gitarre falsch herum und dazu noch verstimmt mit 5 Bieren im Kopf in die Hand nimmt.
Die, die beim lesen mitdenken wissen was ich sagen will.
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Als 24 Jahre lang aktiver Musiker mit hunderten von Konzerten in allen Musik Bereichen, studierter Musiklehrer und Jahrzehnte selbst vielseitigen Unterricht genommen in einen Topf geworfen zu werden mit allen - die sich sich sonst so als Musiker bezeichnen ist , wie soll ich sagen ?
nun, mitterweile hat Heiterkeit über mich die Oberhand gewonnen da ich - wie sämtliche meiner Mitmenschen erkannt haben das nicht alles Gold ist was glänzt, und das was nicht glänzt - dürfen/müssen nun die Musiker selber auch noch täglich anhören und noch dazu selber spielen, manchmal ist das doch einfach nur eine gerechte Strafe oder ? in heutiger Medien Musizeit unter manchen Säuen echte Perlen zu entdecken ist ein Glücksfall.
Plastikretorte ist eine Sache für die Oberfläche, echte authentische Kunst wiederum ist für die feinsinnigeren mit Tiefgang und echter Anteilnahme.
Beim Musik machen und hören werden Geheimnisse offenbart.Wohl denen die die Musik wirklich hören können , das ist wie ein offenes Buch zu lesen, den ihnen offenbart sich die Schöpfung.
. Musik ist Kunst, wie sie Wissenschaft ist, beide nicht abstrakt getrennt, sondern als harmonische Verbindung von Logos und Eros.
Das ist jedenfalls meine Einstellung zu dem ganzen und nur auf eigenes Risiko und Verantwortung nachzuahmen.
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Hallo Alex!
Musiker werden nicht umsonst seit der Antike zu den Magiern gezählt.
Ich habe einige Jahre lang mit einem jamaikanischen Musiker, der das amerikanische Musikgeschäft seit seiner Kindheit, das britische seit den 50ern und das deutsche seit den 60er, 70er Jahren kannte, über solche Fragen diskutiert und wir kamen zu dem Ergebnis, daß es in Deutschland zwei Typen von Musikausübenden gibt:
1. richtige Musiker (ob ihre wirtschaftl.Existenz darauf basiert oder nicht);
2. Mucker, die nur Klischees bedienen und deren Musikverständnis, in welchem Stil auch immer, nur oberflächlich ist
( Wobei natürlich zu berücksichtigen ist, daß viele Musiker mucken müssen(***s.u.), um wirtschaftlich zu überleben. )
Diese Mucker können handwerklich durchaus mit ihrem Instrument richtig umgehen.
Irgendwelche Krampen, Laien, Dilletanten u.ä. haben wir jetzt ´mal außen vorgelassen. Die sind eigentlich nicht der Beachtung wert, obwohl sie manchmal extreme öffentliche Aufmerksamkeit bekommen und dabei ggf.auch eine Menge Geld verdienen können. ( Noch mehr Geld verdienen aber dann ihre Hintermänner! )
*** Erklärung für die der Leser, die mit solchen Begriffen noch nichts anzufangen wissen: Mugge (heutzutage meist "Mucke" gesprochen!) war in der Nachkriegszeit der Auftrag zu einer musikalischen Dienstleistung, konkreter: die Vermittlung eines musikalischen Engagements durch das Arbeitsamt bzw. die Künstlerdienste des AA. Heutzutage bezeichnet man im musikgeschäftlichen Sprachgebrauch damit alle Einzelengagements.
Die Amerikaner nennen Einzelengagements ONE-NIGHT-STAND = "eine Nacht auf der Bühne", während sie mit GIG ein mehrtägiges, mehrwöchentliches, mehrmonatiges Engagement bezeichnen. ONE NIGHT STANDS waren früher höchstens Lückenfüller im Tourneeterminplan, wenn eine Band auf Tour ging.
Heutzutage benutzt man in Deutschland den Begriff ONE NIGHT STAND für sexuelle Affären und den Begriff Gig für Einzelengagements. Beides ist aber, gemessen am Ursprung der Begriffe, schlichtweg falsch. Wobei ONE NIGHT STAND zumindest symbolisch taugen mag.
Musikalische Grüße von einem Musiker, der auch muckt (also für Nicht-Musiker: der auch Mucken spielt, s.o.) !!!!
LG, ChristJan
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