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  #11 (permalink)  
Alt 05.02.2010, 11:16
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Zitat:
Zitat von Redaktion Beitrag anzeigen
Danke für die Änderung des ursprünglichen Posts.

Bitte deine Frage direkt als Mail an: info@nexworld.tv senden - dort bekommst du sehr kompetente Antworten auf deine Fragen.
Aber gerne, und danke für die Info.

Trotzdem finde ich, das du dich deutlich im Ton vergriffen hast (selbiges aber beim anderen Ego anprangerst).

lg
Phil
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  #12 (permalink)  
Alt 05.02.2010, 11:41
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Zitat:
Zitat von Phil2003 Beitrag anzeigen
...

Trotzdem finde ich, das du dich deutlich im Ton vergriffen hast (selbiges aber beim anderen Ego anprangerst).

...
Nehme ich gerne zur Kenntnis; und gelobe auch Besserung. Aus meiner Perspektive ist es aber Reaktion auf eine Aktion - wer in den Wald hineinbrüllt, darf sich über den Gegenwind nicht wundern. Höfliche Fragen und ein angemessener Zorn, wenn wir mal nicht halten können was wir versprechen, sind immer akzeptabel - aber dieses gelegentliche Rumpöbeln wider besseren Wissens geht manchmal "emotional total daneben".
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  #13 (permalink)  
Alt 05.02.2010, 12:33
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Ja ich verstehe was du meinst. Wenn du eine offizielle Aufgabe hier im Forum hast, kann ein wenig emotionaler Abstand aber nicht schaden.

Den Widerstand, den du spürst wenn jemand etwas schreibt das dich aufregt, ist immer nur dein Ego, das sich angegriffen fühlt und sich unbewußt zu verteidigen sucht. Dabei gibt´s garnix zu verteidigen, denn dein Ego ist nur eine Illusion, eine Idee... ein Gedankenkonstrukt das weiß das es vergänglich ist, und krampfhaft um sein Überleben kämpft.

Naja ich will nicht zu weit gehen, aber wenn du mit dem obigen etwas anfängst, empfehle ich dir Eckhart Tolle zu lesen oder Mooji auf Youtube zu gucken... es erleichtert das Leben ungemein :-)

lg
Phil
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  #14 (permalink)  
Alt 05.02.2010, 13:41
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Zitat:
Zitat von Phil2003 Beitrag anzeigen
Ja ich verstehe was du meinst. Wenn du eine offizielle Aufgabe hier im Forum hast, kann ein wenig emotionaler Abstand aber nicht schaden.

Den Widerstand, den du spürst wenn jemand etwas schreibt das dich aufregt, ist immer nur dein Ego, das sich angegriffen fühlt und sich unbewußt zu verteidigen sucht. Dabei gibt´s garnix zu verteidigen, denn dein Ego ist nur eine Illusion, eine Idee... ein Gedankenkonstrukt das weiß das es vergänglich ist, und krampfhaft um sein Überleben kämpft.

Naja ich will nicht zu weit gehen, aber wenn du mit dem obigen etwas anfängst, empfehle ich dir Eckhart Tolle zu lesen oder Mooji auf Youtube zu gucken... es erleichtert das Leben ungemein :-)

lg
Phil
Na ja, ich würde mal sagen, dass hat nichts mit meinem Ego zu tun - das kenne ich sehr gut und beherrsche es auch einigermaßen - sondern mit Forenerfahrung. Wer nett ist, bekommt nette Antworten; wer frech ist, bekommt freche Antworten. Und wer unverschämt ist, wird gelöscht. Das hat (meines Erachtens) nüscht mit Ego zu tun
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  #15 (permalink)  
Alt 05.02.2010, 17:51
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Es hat nur mit deinem Ego zu tun! Der Ego-Verstand ist fast ein pathologischer Zustand, der sich daraus ergibt das wir vergessen haben wer oder was wir sind.

Wenn du in einem Nebel stehst, in dem du nichts mehr siehst und hörst, deinen Körper nicht mehr spürst und die Gedanken immer faseriger werden bis sie verschwinden... bist du dann noch da?

Infolgedessen bist du weder deine Gedanken, noch dein Körper, noch deine Gefühle... das alles sind Instrumente um die Welt hier erfahren zu können. Das was wir sind, ist die wahrnehmende Instanz "dahinter". Wenn du ein Gedanke wärst, könntest du deine Gedanken nicht beobachten, denn dann würde dir der Bezugspunkt fehlen. Du bist das, was all das wahrnimmt.

Wenn du träumst, dann läuft dein "Redaktions-Ich" im Traum herum, und erlebt die verrücktesten Sachen. Dein Traum-Ich weiß aber nicht das es "innerhalb" eines viel größeren Ich stattfindet, es kann aber die eigene erdachte Identität aufgeben, wenn es das weiß, und mit deinem darüberstehenden Ich verschmelzen (nennt man dann luzides Träumen). Ganz ähnlich verhält es sich mit unserem wahren "Ich".

Was aber passiert ist, ist das wir das irgendwann vergessen haben. In der ganzen Geschichte, in jedem Land und jeder Kultur und Religion gibt es Hinweise darauf, aber sie sind teilweise verzerrt und geben nicht mehr den klaren Inhalt dessen wider, um was es sich handelt. Durch das vergessen, das unser Körper hier nur ein Instrument ist, haben wir angefangen uns mit ihm zu identifizieren. Durch diese Identifikation mit unserem Verstand ist das Verstand-Ich (Ego) entstanden.

Das heisst, alles was wir tun und wahrnehmen, wird von unserem Verstand gefiltert, weil wir dem Verstand jedes Wort glauben. Mooji hat mal gesagt, wenn in deinem Haus der Strom ausfällt, und es kommt jemand und meint da gehört alles neu verkabelt und er macht das für 3000,-, dann sagst du wohl kaum ok mach... genauso verhält es sich mit Gedanken. Sie kommen und gehen, aber nicht jeder Gedanke ist wichtig. Wir sind nicht unsere Gedanken!

Was ich dir hier erzähle, ist nichts neues... es hat sogar einen Namen: Vedanta (Advaita-Vedanta).

Im Prinzip träumen wir also alle, ähnlich wie in Matrix. Der unbewußte Ego-Verstand hat zu all dem Leid geführt (das auch seinen Sinn hatte), aber wir haben zu jeder Zeit die Möglichkeit zu erkennen was wir wirklich sind... nämlich unkonditioniertes Bewußtsein. Wenn man sich dessen bewußt wird, stirbt über kurz oder lang das Ego und zurück bleibt ein Mensch der nicht mehr reflektiert, und sich infolgedessen auch nie wieder über etwas ärgern kann... weil sich zu ärgern, ist völlig sinnlos... es ändert nichts an der Situation. Situationen sind immer neutral, nur was unser Verstand hineininterpretiert macht es zu Gut oder Schlecht.

lg
Phil
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  #16 (permalink)  
Alt 05.02.2010, 21:56
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Der Anfang ist es der dem Menschen fehlt.
Nicht das es so schwer wäre , ihn zu finden - nur die Einbildung, ihn suchen zu müssen, ist das Hemmnis.
Das Leben ist Gnädig; jeden Augenblick schenkt es uns einen Anfang.
Jede Sekunde drängt sich uns die Frage auf : Wer bin ich ? - wir stellen sie nicht ; das ist der Grund , weshalb wir den Anfang nicht finden.
Wenn wir sie aber einmal im Ernste stellen, dann bricht auch schon der Tag an, dessen Abendrot für jene Gedanken den Tod bedeutet,
die in den Herrschersaal eingedrungen sind und an der Tafel unserer Seele schmarotzen.
Das Korallenriff, das sie sich mit infusorienhaftem Fleiss im Lauf der Jahrtausende aufgebaut haben und das wir "unseren Körper" nennen, ist ihr Werk und ihre Brut und Heimstätte;
wir müssen in dieses Riff aus Kalk und Leim zuerst eine Bresche legen und es dann wiederum in den Geist auflösen, der es von Anbeginn war, wenn wir freies Meer gewinnen wollen.
Wer nicht auf Erden das "Sehen"lernt, drüben lernt er`s gewiss nicht.
Der Schlüssel zur Macht über die innere Natur ist verrostet seit der Sintflut. Er heisst : Wach sein.
Wach sein ist alles.
Von nichts ist der Mensch so fest überzeugt wie davon , dass er wach sei; dennoch ist er in Wirklichkeit in einem Netz gefangen, das er sich selbst aus Schlaf und Traum gewebt hat.
Je dichter dieses Netzt, desto mächtiger herrscht der Schlaf; die darin verstrickt sind , das sind die Schlafenden, die durchs Leben gehn wie Herdenvieh zur Schlachtbank, stumpf, gleichgültig und gedankenlos.
Wach sein ist alles.
Der erste Schritt dazu ist so einfach, dass jedes Kind ihn tun kann; nur der Verbildete hat das gehn verlernt und bleibt lahm auf beiden Füssen, weil er die Krücken nicht missen will,die er von seinen Vorfahren geerbt hat.
Sei wach bei allem was Du tust! Glaub nicht, dass Du´s schon bist. Stell Dich fest hin , raff Dich zusammen und zwing Dich einen einzigen Augenblick nur zu dem körperdurchrieselnden Gefühl: "JETZT BIN ICH WACH!"
Gelingt es Dir, das zu empfinden, so erkennst Du auch sogleich, dass der Zustand, in dem Du Dich soeben befunden hast, dagegen wie Betäubung und Schlaftrunkenheit erscheint.
Das ist der erste zögernde Schritt zu einer langen Wanderung von Knechttum zur Allmacht.
Auf diese Art geh vorwärts von Aufwachen zu Aufwachen.
Es gibt keinen quälenden Gedanken, den Du damit nicht bannen könntest;er bleibt zurrück und kann nicht mehr zu Dir empor; Du reckst Dich über Ihn, so wie die Krone eines Baumes über die dürren Äste hinauswächst.
Die Schmerzen fallen von Dir ab wie welkes Laub, wenn Du einmal so weit bist, das jenes Wachsein auch Deinen Körper ergreift.
Die eiskalten Tauchbäder der Juden und Brahmanen , die Nachtwachen der Jünger Buddahs und der christlichen Asketen, die Foltern der indischen Fakire, um nicht einzuschlafen - sie alle sind nichts anderes als erstarrte äusserliche Riten, die wie Säulentrümmer dem Suchenden verraten: Hier hat in grauer Vorzeit ein Tempel des Erwachenwollens gestanden.
Lies die heiligen Schriften der Völker der Erde; Durch alle zieht siech wie ein roter Faden die verborgene Lehre vom Wachsein - es ist die Himmelsleiter Jakobs, der mit dem Engel des Herrn die ganze "Nacht" gerungen hat, bis es "Tag" wurde und er den Sieg gewann.
Von einer Sprosse immer helleren und helleren Wachseins zur anderen mußt Du steigen, wenn Du den Tod überwinden willst, dessen Rüstzeug Schlaf, Traum und Betäubung sind.
Auf dem Weg zum Erwachen wird Dein erster Feind, der sich Dir entgegenstellt, Dein eigener Körper sein. Bis zum ersten Hahnenschrei wird er mit Dir kämpfen; erblickst Du aber den Tag des ewigen Wachseins, der Dich fernrückt von den Nachtwandlern, die da glauben, sie seien Menschen, und nicht wissen, das sie schlafende Götter sind, dann verschwindet für Dich auch der Schlaf des Körpers, und das Weltall ist Dir untertan.
Dann kannst Du Wunder tun, wenn Du willst, und musst nicht wie ein wimmernder Sklave demütig harren, bis es einem grausamen Götzen gefällig ist, Dich zu beschenken oder - Dir den Kopf abzuschlagen.
Freilich das Glück des treuen, wedelnden Hundes, einen Herrn über sich zu kennen, dem er dienen darf - dieses Glück wird für Dich zerschellen; aber frag Dich selbst, würdest Du als Mensch ,der Du jetzt noch bist, mit Deinem Hunde tauschen ?

Jeder der die Erde als Gefängnis empfindet, jeder Fromme, der nach Erlösung ruft - sie alle beschwören unbewusst die Welt der Gestpenster.
Tu Du es auch . Aber bewusst!
Ob es für jene , die es unbewusst tun, eine unsichtbare Hand gibt, die die Sümpfe, in die sie geraten müssen, in Eilande verzaubern kann ? Ich weiss es nicht.
Ich will nicht streiten - aber ich glaub´s nicht.
Wenn Du auf dem Weg des Erwachens das Reich der Gespenster durchquerst, wirst Du allmählich erkennen, das es nur Gedanken sind, die Du plötzlich mit den Augen sehen kannst.
Das ist der Grund, weshalb sie Dir fremd und wie Wesen erscheinen, denn die Sprache der Formen ist anders als die Sprache des Gehirns.
Dann ist der Zeitpunkt gekommen, wo sich die seltsame Wandlung vollzieht, die Dir Geschehen kann; aus den Menschen die Dich umgeben,werden - Gespenster werden. Alle die Dir lieb gewesen, werden plötzlich Larven sein - auch Dein eigener Leib.
Es ist die furchtbarste Einsamkeit, die sich ausdenken lässt - ein Pilgern durch die Wüste, und wer die Quelle nicht findet, verdurstet.
....Es ist das Kennzeichen - das Stigma - aller derer, die von der "Schlange des geistigen Reiches" gebissen sind. Es scheint fast, als müssten in uns zwei Leben aufeinandergepfropft werden, wie ein Edelreis auf den wilden baum, ehe das Wunder der Erweckung geschehen kann; - was sonst durch den Tod getrennt wird, geschieht hier durch ein Erlöschen der Erinnerung - manchmal nur durch eine plötzliche innere Umkehr.
Alle Menschen könnten das , wenn sie den Schlüssel hätten. Und der Schlüssel liegt einzig und allein darin, dass man sich seiner "Ich-Gestalt" sozusagen seiner Haut, im Schlaf bewusst wird - die schmale Ritze findet, durch die sich das Bewustsein zwängt, zu Wachsein und tiefem Schlaf.
Das Ringen nach der Unsteblichkeit ist ein Kampf um das Zepter gegen die uns innewhonenden Klänge und Gespenster; und das warten auf das Königwerden des eigenen "Ichs" ist das warten auf den Messias.
Alles , was ich Dir hier gesagt habe ,steht auch in den Büchern der Frommen jedes Volkes: das kommen eines neuen Reiches, das Wachen, die Überwindung des Körpers und die Einsamkeit. - Und doch trennt uns von diesen Frommen
eine unüberbrückbare Kluft: Sie glauben das ein Tag naht, an dem die Guten ins Paradies eingehn und die Bösen in den Höllenpfuhl geworfen werden - wir wissen, das eine Zeit kommt, wo viele erwachen und von den Schlafenden getrennt sein werden wie die Herrn von den Sklaven, weil die Schlafenden die Wachen nicht begreifen können - wir wissen, das es kein Böse und kein Gut gibt, sondern nur ein "Falsch" und ein "Richtig"; - sie glauben, dass "wachen" ein Offenhalten der Sinne und Augen und ein Aufbleiben des Körpers während der Nacht sei, damit der Mensch Gebete verrichten könne - wir wissen, dass das "Wachen" ein Aufwachen des unsterblichen Ichs bedeutet und die Schlummerlosigkeit des Leibes eine natürliche Folge davon ist; - sie glauben , der Körper müsse vernachlässigt und verachtet werden, weil er sündig sei - wir wissen: Es gibt keine Sünde, der Körper ist der Anfang, mit dem wir zu beginnen haben, und wir sind auf die Erde herabgestiegen, um ihn in geist zu verwandeln; - sie glauben, mann solle mit dem Leib in die Einsamkeit gehen, um den Geist zu läutern - wir wissen, das zuerst unser geist in die Einsamkeit gehen muss, um den Leib zu verklären.
Bei Dir allein steht es , Deinen Weg zu wählen - ob unseren oder jenen. Es soll Dein freier Wille sein.

Ich habe Dir gesagt, der Anfang des Weges ist der eigene Körper; wer das weiss , kann jeden Augenblick die Wandlung beginnen.
Ich will Dich jetzt die ersten Schritte lehren:
Du musst Dich vom Leibe trennen, aber nicht, als wolltest Du ihn verlassen: Du musst Dich von ihm lösen wie jemand, der Licht von Wärme scheidet.
Schon hier lauert der erste Feind . Wer sich vom Körper losreist, um durch den Raum zu fliegen, der geht den Weg der Hexen, die nur einen gespenstischen Leib aus dem groben irdischen herausgezogen haben und auf ihm wie auf einem Besen zur Walpurgisnacht reiten.
Die Hexen glauben, auf dem Sabbat des Teufels zu sein, und in Wiklichkeit liegt Ihr Körper bewusstlos und starr in der Kammer. Sie tauschen bloss die irdiches Wahrnehmung gegen eine geistige - sie velieren das Bessere um das Schlechtere zu gewinnen - es ist ein Ärmerwerden statt ein Reichersein.
Schon daraus siehst Du, das es nicht der Weg des Erwachens sein kann. - Um zu begreifen, dass du nicht dein Körper bist – wie die Menschen von sich wähnen -, musst du erkennen, mit welchen Waffen er kämpft, um die Herrschaft über sich zu behaupten. – Jetzt stehst du freilich noch so tief in seiner Gewalt, dass Dein Leben erlischt, wenn sein Herz aufhört zu schlagen, und Du in Nacht versinkst, sobald er die Augen schliesst. Du glaubst, Du könntest ihn bewegen – es ist eine Täuschung: Nein, er bewegt sich und nimmt nur Deinen Willen zur Hilfe. Du glaubst, Du schaffst Gedanken. Nein, er schickt sie Dir, damit Du meinst, sie kamen von Dir, und alles tust, was er will.

Setz Dich aufrecht hin und nimm Dir vor, kein Glied zu rühren, mit keiner Wimper zu zucken und regungslos zu bleiben wie eine Bildsäule, und Du wirst sehen, dass er hassentbrannt augenblicklich über Dich herfällt und Dich zwingen will, ihm wieder Untertan zu sein. – Mit tausend Waffen wird er auf Dich losstürzen, bis Du ihm wieder erlaubst, sich zu bewegen. – An seiner grimmigen Wut und der überstürzten Kampfesweise, mit der er Pfeil auf Pfeil auf Dich abschiesst, kannst du ersehen, wenn du schlau bist, wie bange ihm um seine Herrschaft sein muss und wie groß Deine Macht sein kann, dass er sich so vor Dir fürchtet.

Deinen Körper zu bändigen ist nicht der Zweck, den Du verfolgst. Wenn Du ihm verbietest, sich zu bewegen, so solltest Du es nur deshalb tun, damit Du die Kräfte kennenlernst, über die er gebietet. Es sind Heerscharen, fast unüberwindlich durch ihre Zahl. Er wird sie gegen Dich in den Kampf schicken, wenn Du nicht nachlässt mit dem so einfach scheinenden Mittel des Stillsitzens: zuerst die rohe Gewalt der Muskeln, die beben und zittern wollen – das Sieden des Blutes, das Dir den Schweiß ins Gesicht treibt – das Hämmern des Herzens – das Frösteln der Haut, bis Dein Haar sich sträubt – das Schwanken des Leibes, das dich durchfährt – als habe die Schwerkraft die Achse verändert, sie alle kannst du besiegen – scheinbar durch den Willen – dennoch ist es nicht der Wille allein: Es ist die Wahrheit bereits ein höheres Wachsein, das unsichtbar hinter ihm steht in der Tarnkappe.
Auch dieser Sieg ist wertlos; selbst wenn du Herr würdest über Atmung und Herzschlag, wärest du nur ein Fakir – ein „Armer“ auf Deutsch.
Ein „Armer“! – das sagt genug. –
Die nächsten Kämpfer, die Dir Dein Körper stellt, sind die ungreifbaren Fliegenschwärme der Gedanken.
Gegen sie hilft das Schwert des Willens nicht mehr. Je wilder Du nach ihnen schlägst, desto wütender umschwirren sie Dich, und glückt es Dir nur einen Augenblick sie zu verscheuchen, so fällst Du in Schlummer und bist in anderer Form der Besiegte.
Ihnen Stillhalten zu gebieten, ist vergebens; nur ein einziges Mittel gibt es, ihnen zu entrinnen: die Flucht in ein höheres Wachsein.
Wie Du das zu beginnen hast, musst Du allein lernen.
Es ist ein vorsichtiges, immerwährende Tasten mit dem Gefühl und ein eiserner Entschluss zugleich.
Das ist alles, was ich Dir darüber sagen kann. Jeder Rat, den Dir für dieses qualvolle Ringen irgend jemand gibt, ist Gift. Hier liegt eine Klippe, über die Dir kein anderer hinweghelfen kann als Du selbst.
Es braucht Dir nicht zu gelingen, die Gedanken für immer zu bannen - der Kampf mit ihnen dient nur dem einen Zweck: den Zustand höheren Wachseins zu erklimmen.
Hast du den Zustand erreicht, naht das Reich der Gespenster, von dem ich Dir bereits gesprochen habe.
Gestalten, schreckhafte und solche in Strahlenglanz, werden Dir erscheinen und Dich glauben machen wollen, sie seien Wesen aus einer andern Welt. – Es sind nur Gedanken in sichtbarer Form, über die du noch nicht völlig Macht besitzest!
Je erhabener sie sich gebärden, desto verderblicher sind sie, das merke Dir!
So mancher Irrglaube hat sich auf solchen Erscheinungen aufgebaut und die Menschheit in die Finsternis zurückgerissen. Trotzdem steckt hinter jedem dieser Phantome ein tiefer Sinn; sie sind nicht bloß Bilder, sie sind für Dich – gleichgültig, ob du ihre symbolische Sprache verstehst oder nicht – die Merkmale der geistigen Entwicklungsstufen, auf denen Du Dich befindest.
Findest Du aber den „tiefen Sinn“, der in jedem dieser Menschenschemen verborgen liegt, so siehst Du mit dem Auge des Geistes nicht nur ihren lebendigen Kern, sondern auch den Deinen. Dann wird Dir alles, was Dir genommen worden, tausendfach zurückgegeben, wie dem Hiob; dan bist Du – wieder da, wo du warst, wie die Törichten so gerne höhnen; sie wissen nicht, dass es ein anderes ist, wieder heimzukehren, wenn man lang in der Fremde war, als immer zu Hause geblieben zu sein.
Ob Dir, wenn du so weit vorgedrungen bist, jene Wunderkräfte, die die Propheten des Altertums besessen haben, zuteil werden oder Du statt dessen in den ewigen Frieden eingehen darfst, dass weiss niemand.
Unser Weg führt bloß zur Stufe der Reife – bist Du zu ihr gelangt, so bist Du auch würdig, jenes Geschenk zu erhalten.
Ein Phönix aber wirst Du geworden sein – so oder so; dies zu erzwingen, liegt in Deiner Hand.
Einer von denen, die die Schlüssel der Geheimnisse der Magie bewahren, ist auf der Erde zurückgeblieben und sucht und sammelt die Berufenen.
So wie er nicht sterben kann, so kann auch sie Sage, die über ihn im Umlauf ist, nicht sterben.
Die einen munkeln , er sei der "Ewige Jude" , die anderen nennen ihn Elias; die Gnostiker behaupten, er wäre Johannis der Evangelist. Es ist nur natürlich, das jeder ihn anders sieht - ein Wesen wie er, das seinen Leib in Geist verwandelt hat, kann an keine starre Form gebunden sein.
In Warheit unsterblich ist nur der erwachte Mensch; Sonnen und Götter vergehn - er allein bleibt und kann alles vollbringen, was er will. Über Ihm ist kein Gott.
Nicht umsonst heisst unser Weg: ein heidnischer Weg. Was der fromme für Gott hält, ist nur ein Zustand, den er erreichen könnte, wenn er fähig wäre, an sich selbst zu glauben. - So aber zieht er sich in unheilbarer Blindheit eine Schranke
, die er nicht zu überspringen wagt - er schafft sich ein Bild um es anzubeten, anstatt sich darin zu verwandeln.
Willst Du beten , so bete zu deinem unsichtbaren Selbst; es ist der einzige Gott, der Gebete erhört: Die anderen Götter reichen die Steine statt Brot.Wenn Dein unsichtbares Selbst als Wesenheit in Dir erscheint, so kannst Du es daran erkennen, das es einen Schatten wirft: Ich wusste auch nicht früher, wer ich bin, bis ich meinen eigenen Körper als Schatten sah.

Gustav Meyerink - Der Weg des Erwachens
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  #17 (permalink)  
Alt 05.02.2010, 23:16
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Dass es Unternehmen und Organisationen gibt,
die für ein bestimmtes System relevant sind,
heißt doch deswegen noch lange nicht,
dass das System selbst relevant ist.
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  #18 (permalink)  
Alt 05.02.2010, 23:51
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Interssanter Text, allerdings etwas theatralisch und stark eingefärbt von der Sichtweise (Epoche?) des Authors. Heutzutage können wir das Thema viel unkomplizierter und nicht mehr so mystiziert angehen. Das mit den Gespenstern... Eckhart Tolle sieht ja auch keine soviel ich weiss :-))

Solche Texte verschrecken einen der auf der Suche ist eher, fürchte ich.

lg
Phil
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