Als ich meine Abschlussarbeit schrieb, habe ich mich mit dem Thema der Synästhesie auseinandergesetzt. Das ist unglaublich und ich bin echt ein bisschen neidisch auf Menschen, denen das gegeben ist.
Das Wort Synästhesie setzt sich aus den Worten ‚syn‘ (zusammen) und ‚aisthésis‘ (Empfindung) zusammen und bedeutet nichts anderes, als dass bei der Erregung eines Sinnesorgans ein anderes mit erregt wird. Es werden also mehrere Sinnesempfindungen verknüpft.
1. Synästhetische Empfindungen treten unwillkürlich auf, brauchen aber einen Auslöser. Ihr Auftreten kann nicht willentlich hervorgerufen werden und es ist nicht unterdrückbar. Der auslösende Stimulus ist oft leicht zu identifizieren. Die Betroffenen besitzen diese Fähigkeit meist schon länger als sie denken können und haben es zuvor als völlig normal angesehen. Synästhesie beeinträchtigt nicht die normale körperliche und geistige Aktivität und ist bei intensiver Beschäftigung möglicherweise weniger stark. Das heißt also, Synästhesie ist keine Krankheit, sondern eher eine Begabung.
2. Synästhetische Wahrnehmungen werden projiziert, und die ausgelöste Parallelempfindung wird meist außerhalb des Körpers empfunden.
3. Synästhetische Empfindungen sind dauerhaft und eindeutig zu unterscheiden, d.h. sie haben eine einzigartige Qualität. Sie sind abstrakt, was bedeutet, dass ein Synästhetiker niemals komplexe Szenen, sondern eher Kleckse, Linien etc. wahrnimmt. Die Assoziationen werden lebenslänglich bewahrt. Ebenfalls auffällig ist, dass symmetrische Replikationen der Wahrnehmungen sehr häufig sind, also dass beispielsweise Linien parallel zueinander sind.
4. Synästhetische Empfindungen
prägen sich im Gedächtnis ein. Dadurch sind sie leicht und lebhaft erinnerbar, oft sogar besser als die auslösenden Stimuli. Das kann auch die Synästhetikerin Sabine Schneider bestätigen, bei der die ausgelösten Farben scheinbar tiefer gespeichert sind, als der auslösende Ton bzw. die eigentliche Erinnerung. Es besteht also ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Synästhesie und dem fotografischen Gedächtnis oder wenigstens einer gesteigerten Gedächtnisleistung.
5. Synästhetische Empfindungen sind emotional und noetisch. Das bedeutet, dass die Synästhetiker überzeugt davon sind, dass die Empfindungen real sind und oft treten sie in Verbindung mit dem ‚Ich-hab-es’ Gefühl auf.
Ich weiß zwar nicht wie belastend das wirklich sein kann, alles ist ja nur in Maßen gesund, aber irgendwie wäre es doch schon schön bestimmte Klänge in Farben zu sehen oder Gerüche in Klängen wahrnehmen zu können.