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Alt 05.05.2009, 20:00
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Standard Informationsgesellschaft / Infos durch Internet

Liebe Leute,

in dem allen Untoten gewidmeten Roman "Novus Ordo Seclorum" (Lueder Grosser, 2008) liest man Interessantes, so z.B. auf S.31:

"`Nun´, erklärt mir L., `was ist wohl mit dem Schlagwort Informationsgesellschaft gemeint?
Nehme Information, wie sie Dir dargelegt wird, zweifele sie nicht an und denke nicht selbst darüber nach. Um es kurz zu fassen: Werde dumm!´"


Vielleicht sollten wir Informationen, ob wir sie aus dem Internet, aus der Literatur oder sonstwoher nehmen, nicht ungeprüft schlucken, um dem Dummwerden vorzubeugen. Was meint Ihr?

Ich zitiere aus dem gleichen Buch noch weitere Gedanken zum Thema "Wissen", S.177:
"Das Hauptproblem bei der Vermittlung von Wissen an Unwissende besteht im Formalen, in dem Zweifel des Unwissenden. Im Vermittlungsprozeß kann man nicht ständig vom Pfade abweichen, die Grundlagen erklären, sondern muß den Zweifel des Unwissenden bestehen lassen und kann erst nach Aufnahme des gesamten Wissens, wenn alles formal verstanden ist, dazu übergehen die Zweifel aus dem Weg zu räumen; was nicht heißen soll, daß diese nur dem Geiste des Unwissenden innewohnen."

Was heißt das? Erst zuhören und zu verstehen suchen - und erst dann hinterfragen? Wäre nicht die schlechteste Vorgehensweise...

Auf S.126 steht übrigens eine gute Zusammenfassung der gesellschaftlichen Verhältnisse:
"...ich stelle fest, daß das Desinformationsministerium volle Arbeit geleistet hat. Alles ist nur noch Fiktion."

Und über den einfachen Mitbürger lesen wir auf S.190:

"Er ist zufrieden, wenn er sich wohl fühlt, wenn sein Körper satt ist und sein Geist eine Weltanschauung hat. Welche Weltanschauung spielt dabei keine Rolle, sie braucht noch nicht einmal widerspruchsfrei zu sein. Im Grunde glaubt er nicht an einen Sinn des Lebens. Deswegen ist von der Masse niemals ein Widerstand oder eine Entscheidung für oder gegen etwas zu erwarten ohne eine propagandistische Pseudowahrheit, die einer romantischen Weltanschauung genügen muß und vor allem so einfach sein muß, daß ein Dreijähriger sie ohne Schwierigkeiten verstehen kann."

Dieser Roman klingt mir nur wenig nach Fiktion, eher nach Wirklichkeitsbeschreibung der Gegenwart.

Aber ich frage mich, wie will man solchen Leuten überhaupt etwas vermitteln? Oder sollte man diesen Kampf wider Windmühlenflügel aufgeben und nicht stattdessen lieber als Einzelkämpfer oder als kleine Gruppierung, quasi als "Geheimbund" (Zitat Vesna, die sich in einem anderen thread wie in einem Geheimbund fühlt, nur weil sie ihrer Tochter erklären muß, daß die Welt anders ist als TV und Schule es darstellen!) im Untergrund abtauchen?

Geändert von ChristJan (06.05.2009 um 08:13 Uhr) Grund: Absatz eingefügt (vor "Auf S.126...")
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