Wer oder Was sind die Illuminati?

GESCHRIEBEN VON CHRISTIAN KÖHLERT

Wer oder was sind die Illuminati? Diese Frage beschäftigte mich bereits seit dem ersten Buch von Robert Anton Wilson – „Cosmic Trigger“ – welches ich 2003 las und welches auf seiner Bestseller-Trilogie „Illuminatus“ aufbaute. Es geht grundsätzlich um die weit verbreitete Vorstellung von einer geheimen Hintergrundmacht, die im verborgenen die großen geschichtlichen Entwicklungen steuert und dabei alle gesellschaftliche Strukturen unterwandert.

Viele Menschen in Deutschland assoziieren diese Machtstruktur mit dem bayrischen Illuminaten Orden, einer kleine Geheimgesellschaft, die recht prominente Mitglieder hatte, aber auch recht schnell nach ihrer Entstehung 1761 wieder verboten wurde. Die Vorstellung, dass dieser kleine Geheimorden im Schatten weiter existierte und die Macht über die Welt erlangte, ist nicht nur sehr reduktionistisch, sie ist auch sehr unglaubwürdig. Dennoch dürften diese Illuminaten ein Fragment jener Struktur repräsentieren, auf die ich hier eingehen möchte.

Die „Verschränkung“ von Politik und globalen Firmen- und Fiananzkonsortien


Natürlich ist für die breite Öffentlichkeit die Abstraktion einer höheren Hierarchie oberhalb der ihnen bekannten Figuren, wie Präsidenten oder Kanzler, enorm schwierig. Auch wenn vielen Menschen besonders in der letzten Dekade erkennen mussten, dass die angeblich mächtigsten Männer und Frauen der Welt, von industriellen Strukturen finanziert, aufgestellt und beraten werden, bleibt der Glaube an die Demokratie bei vielen Menschen unerschütterlich. Trotz dieser offenkundigen Tatsachen, vermag die breite Masse in dieser Verstrickung nicht mehr als eine marginale kapitalistisch-orientierte Korruption erkennen. Je tiefer man jedoch in die „Verschränkung“ von Politik und globalen Firmen- und Finanzkonsortien hineinschaut, desto offenkundiger wird die Subversion und das Ausmaß der Manipulation. Dennoch bleibt oft die wahre Agenda hinter dem Streben nach mehr Macht und Ressourcen verborgen und sie bleibt vielen Menschen unzugänglich, da es ein spirituelles Verständnis der tieferen Zusammenhänge braucht. Daher verschwinden selbst bei ambitionierten Hobbyforschern der Materie die wahren Taktgeber bzw. Absichten der Illuminati in der Unschärfe. Allerdings lässt sich nach längerer Beschäftigung, ein immer wiederkehrendes Muster erkennen.

Natürlich haben die meisten Menschen weder das Interesse noch die Kapazitäten, sich intensiv mit dieser Thematik zu befassen. Psychologisch gesehen, ist es sicherlich auch eher verunsichernd oder gar beängstigend, den Gedanken überhaupt zuzulassen, dass die Illuminaten bzw. die Illuminati tatsächlich mehr sind als nur ein Hirngespinnst. Argumentativ kann man sich dieser Idee auch recht schnell entledigen. Das naheliegenste Argument diese Vorstellung zu negieren, liegt in der Tatsache begründet, dass dieser Mythos offenkundig omnipräsent in der Popkultur ist. Wie also sollte eine Geheimgesellschaft wie die Illuminati existieren, wenn alle Welt von ihnen weiß? So ungefähr lautet die oft rezitierte Argumentation.

Jage ich einer Illusion hinterher?


Tatsächlich tut man sich schwer anzunehmen, dass eine Geheimstruktur, welche angeblich die Welt beherrscht, offenkundig bereits daran gescheitert ist, überhaupt geheim zu bleiben. Die Antwort lautet, dass ihr wahres Geheimnis von subtiler, aber allumfassender Natur ist. Vielleicht ist es gar unmöglich, völlig verborgen zu bleiben, wenn man seine Finger überall im Spiel hat. Die logische Konsequenz und die naheliegende Taktik liegt darin, ihre Identität und ihr Wirken geschickt zu verschleiern. Sie kontrollieren die Informationen über sich, bzw. sie sorgen dafür, dass ein so umfangreiches Spektrum an Erklärungen und Ideen über sie existieren, dass die Illuminati im Wald der Mythen, gezielt gestreuten Fehlinformationen und Fiktionen getarnt sind, wie der Tiger im Dschungel.

Sich durch diesen Urwald zu schlagen, braucht nicht nur Zeit und Geduld – es braucht vor allem Motivation. Sehr oft landet man als ernsthaft Suchender auf falschen Spuren oder in Sackgassen. Über die Jahre meiner persönlichen Beschäftigung mit dem Thema, veränderte sich mein Bild von den Illuminati immer wieder dramatisch und sehr oft musste ich mich selber nach dem Sinn dieser Recherche fragen, bzw. fragen lassen: Jage ich einer Illusion hinterher?

Heute jedoch möchte ich aus meiner persönlichen Perspektive behaupten, dass mich die Suche auf eine Reise geschickt hat – eine Reise die mich näher zu mir selbst geführt hat. Das klingt vielleicht sehr abstrakt, aber die Suche beinhaltete für mich eine fundamentale Erkenntnis über die eigene Realität und meiner persönlichen Aufgaben darin.

Auf dieser Reise durch diverse Bücher, angefangen bei Dan Brown bis hin zu David Icke, über die vielen Vorträge und persönliche Interviews mit anderen Forschern dieser Materie, kristallisierte sich für mich ein Bild heraus. Dieses Puzzlebild schien mir zwar sehr abstrakt, aber trotz verschiedener Unschärfen und verdeckter Bereiche, wurde meine interdisziplinäre Definition der Illuminati immer kohärenter – leider auch sehr komplex. Auf Grund dieser enormen abstrakten Komplexität schien es mir fast unmöglich in der Kürze – und ich rede hier vielleicht von einem zwanzig-seitigem Prospekt – eine präzise Aussage von der Natur dieser geheimen Machtstruktur zu treffen, die für einen Otto-Normalbürger halbwegs verständlich wäre.

Der heilige Gral der Illuminati-Forschung – das Hidden Hand Interview


Mit dieser Einstellung traf ich ungefähr 2013 auf ein Protokoll, welches bereits seit 2008 im öffentlichen Raum des Internet herumgeisterte, aber welches eher wenig Aufmerksam bekam. Die Rede ist vom „Hidden Hand Interview“. Es wurde eher zwischen diversen Adepten der Illuminati-Forschung herumgereicht wie der heilige Gral, denn ich schätze, es war selbst für die breite Masse der Truther-Bewegung „too far out“. Ich schätze, dass die meisten Forscher der Materie, die für sich den Wert dieses Dokumentes erkannten, sich auch darüber im Klaren waren, dass selbst in den Kreisen der eingefleischten Verschwörungstheoretikern, dieses Protokoll zu Skepsis und Argwohn führen würde.

Obwohl ich selber seit 2003 mit diesem Thema schwanger gegangen war, war auch ich vermutlich erst 10 Jahre später wirklich bereit, dieses Dokument in seiner Bedeutung zu erkennen. Das liegt primär daran, dass der Autor sich nicht die Mühe machte irgend eine seiner Aussagen irgendwie zu beweisen. Im Gegensatz zu vielen anderen ernsthaften Publikationen zu den Illuminati, welche zumindest immer irgendwie versuchen, eine gewisse Indizienkette herleiten, machte „Hidden Hand“ – so das Pseudonym – nie die Anstalten irgendwem überzeugen zu wollen.

Ein weiterer Grund, warum ich vielleicht etwas früher nicht die Bedeutung dieses Interviews erkannt hätte, lang darin begründet, dass „Hidden Hand“ eine anonyme Person in einem der bekannten Forum für Verschwörungstheoretiker war. Die Webseite lautete „Above Top Secret“ und sie war ähnlich aller anderen artverwandten Foren ein Sammelbecken für Spinner, religiöse Fanatiker, Disinformationsagenten, Trolls und diverser hasserfüllter Individuen. Natürlich gibt es immer einen Kern von kompetenten und geistreichen Menschen mit smarten Ideen und einer weit überdurchschnittlichen geistigen Präsenz. Dennoch verhält es sich in diesen Foren ähnlich, wie mit der Recherche nach den Illuminati im Allgemeinen: es ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen – einem Heuhaufen aus Lügen und Halbwahrheiten

Hidden Hand – Puzzleteile, die das Gesamtbild kohärent bereicherten


Das Interview auf „Above Top Secret“ ergab sich wie folgt: So tauchte irgendwann 2008 dort ein User mit dem Pseudonym „Hidden Hand“ auf und behauptete, Teil der Organisation der Illuminati zu sein und auf bestimmt Fragen einzugehen. Der Grund nun, warum mich 5 Jahre später dieses Interview in tiefe Ehrfurcht versetzte, war damit zu erklären, dass Hidden Hand die Essenz meiner eigenen 10-jährigen Recherche beschrieb und zudem noch logische Versatzstücke lieferte, die zuvor noch verschwommene oder gar weisse Flecken auf meiner Phantomzeichnung waren. Er tat dies in einer hochkomprimierten Form, ohne sich mit Begründungen oder gar Beweisen aufzuhalten. Es wurde alles einfach als Tatsache präsentiert. Wenn ich das Dokument in seiner Ganzheit betrachte, so brauchte es für 80% der von Ihm dargelegten Sichtweisen auch keine Evidenz, weil ich diese Erkenntnisse bereits durch meinen eigene Recherchen verifiziert hatte. Dann beinhaltete das Interview noch etwa 10% Versatztücke bzw. Puzzleteile, die das Gesamtbild kohärent bereicherten. Zuletzt blieb natürlich wie immer noch ein Rest Bodensatz, wo ich mir bis heute nicht sicher bin, ob Hidden Hand nicht selber gewissen Indoktrinationen und falschen Glaubensmustern heimgefallen war. Ich empfinde nicht, dass er oder sie bewusst falsche Informationen verbreitet hat, sondern tendiere eher dazu die Person und ihre Absicht, Klarheit in die Angelegenheit zu bringen, als authentisch zu bewerten, auch wenn angesichts der Umstände natürlich mehr als genug Skepsis geboten ist.

Besonders was die kurzfristigen Zukunftsprognosen anging, entwickelten sich die Dinge seit 2008 doch anders als von ihm/ihr antizipiert. Jedoch umfasste dies nur ein Bruchteil des gesamten Textes, welcher sich mit den Blick in die Glaskugel beschäftigte. Zudem behauptete Hidden Hand mehrfach, dass es mehr als nur einen Zeitplan bzw. Entwürfe für die Erfüllung der größeren Agenda gebe und daher die Entwicklung ein dynamisch-flexibler Prozess wäre.

Ich denke, dass die Zukunft noch immer neue Erkenntnisse auf diesem Forschungsfeld bereithalten wird und auch mein Weltbild dazu wird sich sicherlich weiter formen und entwickeln – daher ist auch mit dem Hidden Hands Interview das Phänomen der Illuminati für mich nicht final geklärt. Wenn man mich jedoch heute zu dem Thema befragt, oder meine Meinung zur Struktur und Wirkwiese des irdischen Machtsystems wissen möchte, dann verweise ich grundsätzlich auf dieses Interview. Hidden Hand ist meiner Meinung nach, die kürzeste bzw. komprimierteste systemische Abhandlung, welche die Hintergründe der Illuminati erklärt.

Leider gibt es das Gesprächsprotokoll von Above Top Secret nur in englischer Sprache. Es existiert zwar eine deutsche Übersetzung, diese ist aber leider nur in vorgelesender Form auf Youtube verfügbar. Die auditiv-visuelle Darbietung steigert – meiner Vorstellung von Ästetik nach – leider nicht die Glaubwürdigkeit der Quelle. Ich persönlich empfehle daher grundsätzlich die komprimierte englische Originalfassung von „Illuminati News“ zu lesen, weil dort bereits alle unnützen Userkommentare herausgefiltert wurden.

Also ohne weitere Umschweife – hier sind die wichtigsten Quellen zum Hidden Hand Interview auf Above Top Secret:

KOMPRIMIERTE ZUSAMMENFASSUNG AUF ILLUMINATI NEWS

ORIGINAL FORUMS DISKUSSION AUF ATS

CHRISTIAN KÖHLERT

Chief-Editor Secret TV

WWW.MAYAMAGIK.CH